CVJM erhält Helmut-Simon-Preis |
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Mit einem Sonderpreis von 500 Euro bedacht wurde bei der Verleihung des renommierten Helmut-Simon-Preises in Mainz das Konzept der "Pack‘s"-Kinderfreizeit des CVJM Pirmasens. Der mit insgesamt 10 000 Euro dotierte Preis soll ehrenamtliches und professionelles Handeln von Personen, Initiativen oder Institutionen fördern, die sich für die Überwindung von Armut und sozialer Ausgrenzung einsetzen. Helmut Simon selbst definiert "Es geht um die Würde des Menschen". Während der Ehrung erlebten die Teilnehmer einen erzürnten Ministerpräsidenten Kurt Beck. Als er auf der Bühne von den Initiatoren des mit dem dritten Preis bedachten Projektes "Der Armut in Koblenz ein Gesicht geben" aus dem Bistum Trier heftig kritisiert wurde, reagierte der Schirmherr des Wettbewerbs sofort. Beck nahm direkt Stellung zu denen aus seiner Sicht unberechtigten Vorwürfen und Anschuldigungen gegen die Jury. Er warf den Vertretern des Projektes "schlechten Stil" vor. So empfanden es wohl auch die meisten der im Festsaal der Staatskanzlei anwesenden Gäste, zumal sie nicht ausmachen konnten, um welche Problematik es überhaupt ging. Immer wieder wurde der Festakt dazu genutzt, sich sozialpolitisch zu äußern. In seinem vorangegangenen Grußwort hatte Kurt Beck den Namensgeber des Wettbewerbes, Helmut Simon, der gemeinsam mit seiner Ehefrau in der Runde weilte, als "eine der großen Persönlichkeiten rechtlicher Geschichte in Deutschland gewürdigt". Der 1922 geborene Simon wurde 1970 als Richter in den ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts gewählt. Dieses Amt füllte er bis September 1975 aus. Von 1970 bis 1995 war er Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages, dem er als Präses in zwei Perioden vorstand. "Je älter ich werde, je mehr mir selbst an Lebenserfüllung zugefallen ist, desto dünnhäutiger werde ich gegenüber dem Leid in dieser Welt", gab Helmut Simon Einblick in sein Innenleben. 30 Bewerbungen, so Kirchenpräsident Christian Schad, waren bei den Initiatoren eingegangen. Jede für sich hätte den Preis verdient. Schad forderte im Sinne der Kirche und Diakonie "Solidarität ein", dazu verpflichte das Evangelium nach Jesus Christus. Ministerpräsident Beck zeigte sich beeindruckt vom Engagement aller Preisträger und würdigte die Projekte als vorbildlich. Die Laudatio zu den jeweiligen Preisträgern nahm Pfarrer Dr. Uwe Becker (Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe) vor. Den mit 4 000 Euro dotierten ersten Preis bekam der Verein "Armut und Gesundheit" zugesprochen und wurde vom Vorsitzenden Professor Dr. Gerhard Trabert entgegen genommen. Dieser ließ es sich nicht nehmen, noch einige Worte die man durchaus als politische Anklage auslegen kann, an die Runde zu sprechen. Den zweiten Preis (3 000 Euro) erhielt das "Projekt: Trampolin" des Protestantischen Dekanats Bad Bergzabern. Mit Sonderpreisen bedacht wurden neben dem CVJM-Projekt auch der Verein "arm-alt-allein" aus Kaiserslautern. Aktiv sind hier der ehemalige Präsident des 1. FC Kaiserslautern, Norbert Thines und der einstige Vorsitzende des Landesverbandes CVJM Pfalz, Jürgen Weber. Dritter Sonderpreisträger ist die Fachhochschule Ludwigshafen. Das "ehrenamtlichste" Projekt ist sicherlich die "Pack‘s"-Kinderfreizeit, die der CVJM für den Pakt für Pirmasens organisiert. Die Delegation aus Pirmasens war mit zwei Teilnehmern der Freizeit angereist. Martina Fuhrmann nahm die Urkunde aus den Händen des Ministerpräsidenten gemeinsam mit Sarah und Alican entgegen. In Mainz zugegen waren der Pirmasenser Bürgermeister Peter Scheidel, Dekanin Waltraud Zimmermann-Geisert und als Vertreter des CVJM Pfalz, Klaus Kuntz. Die Jury würdigte an der Kinderfreizeit, so Laudator Pfarrer Becker, vor allem die Idee, Menschen über die Möglichkeiten und Aktivitäten im Gemeinwesen vor Ort zu informieren und sie darin zu bestärken, diese wahrzunehmen. Während der Freizeit wird Kindern in prekären Situationen geholfen, die Vereine und sozialen Einrichtungen der Stadt in einem anderen Licht zu sehen. "Damit ist die Chance gegeben, die Persönlichkeit der Kinder nachhaltig zu stabilisieren", so Pfarrer Becker. Landeschef Beck selbst forderte die CVJM-Vorsitzende Martina Fuhrmann dazu auf, den eingeschlagenen Weg weiter zu beschreiten. Von dieser bekam er eine Mappe mit Artikeln überreicht, die den Werdegang der "Pack‘s"-Kinderfreizeit dokumentieren. Präsentiert wurde das Geschehen auch an einer Tafel in der Lobby des Landtages. |
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letzte Änderung am : 30.01.2011, 18:00 |