KAKKonzertarbeitskreisBericht zum Besuch der PROMIKON |
Eine Showbühne für christliche MusikszeneKünstlermesse PROMIKON lockt über 2000 Besucher Sarah Brendel als "Künstlerin 2002" ausgezeichnet |
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Von PZ-Mitarbeiter Michael Fuhrmann Als Kaleidoskop christlicher Musikwerte versteht sich PROMIKON, eine Künstlermesse im hessischen Gießen. Von 12 Uhr nachmittags bis weit nach Mitternacht präsentierten sich im Uni-Audimax auf vier Bühnen rund 750 Künstler in den unterschiedlichsten Stil-Vielfalten. Fast 2000 Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet nahmen die Gelegenheit wahr und organisierten ihren Besuch, versorgten sich mit den aktuellsten News der christlichen Szene. Nach oder vor ihren jeweils halbstündigen Auftritten, standen viele Künstler an eigenen Infostände für Gespräche zur Verfügung. Vor Ort präsent, auch etliche Produktionslabels und Managements. Nächtlicher Höhepunkt der Messe die Verleihung des PROMIKON-Awards in den Kategorien "Künstler 2002", und "Newcomer 2002". Die Zeiten in denen vorrangig christliche Liedermacher oder Gospelchöre durch die Lande zogen, um dort ihre Werte zu vertreten, scheint "adacta" gelegt. Allein ein Blick in den Künstlerkatalog oder auf das aktuelle Programm gibt preis, wie umfangreich die Bandbreite christlicher Musik inzwischen geworden ist. Der eine oder andere findet dies ein wenig schade. Es bleiben oft gerade die textlichen Inhalte auf der Strecke. "Verkündigung" von der Bühne herunter, betreiben nur wenige Interpreten, beispielsweise "die Newbys", ein amerikanisches Ehepaar, dass im Schwarzwald zu Hause ist. Auch das Hamburger Gitarren-Duo "Rosenbrock & Böttcher" sorgte mit inhaltlichen Statements für Furore. Locker und trotzdem aussagekräftig berichteten die beiden über "ihren Weg zum Glauben." Die meisten Fans, die bekanntesten Namen und sicher die besten Verkaufszahlen weisen momentan Bands wie "Normal Generation" oder "Beatbetrieb" auf. Erstere belegte mit ihrem Popsound im letzten Jahr bei der deutschen Vorentscheidung zum "Grand-Prix" den zweiten Platz. Vor wenigen Jahren für eine Gruppe aus der christlichen Szene völlig undenkbar, ein wahrer Erdrutsch! Die "Himmelsstürmer" gastierten mehrmals im Fernsehen, etwa in der Stefan Raab-Show "TV-Total". In wenigen Tagen macht "Beatbetrieb" beim aktuellen Vorentscheid mit. Wer die Jungs live auf der Bühne erlebte, beide Gruppen traten bei der Award-Verleihung auf, kann sich "Beatbetrieb" durchaus als deutscher Vertreter in der lettischen Hauptstadt Riga vorstellen. Die Jungs erinnern ein wenig an die Gruppe "Echt". Im christlichen Bereich könnten sie legitime Nachfolger von "Schulze" werden, die übrigens in wenigen Tagen ihren "Abschied feiern". "Beatbetrieb" wurde nun aktuell auch als Kandidat für den deutschen Schallplattenpreis "Echo" nomminiert. Die Medienpräsenz der Bands hat vor allem bei jungen Leuten für ein Umdenken gesorgt, dies hat Auswirkungen auf die Situation vor und auf der Bühne. Bei "PROMIKON" wurden wohl nie so viele Teenager gezählt, da fliegen bei einzelnen Gigs "die Teddys" oder brechen Girlies in hysterisches Schreien aus, wenn sich ihre Lieblinge zeigen. Die Künstlerszenerie setzt ihren Altersdurchschnitt nach unten ab. Judy Bailey und Band gehören in diesem Zusammenhang bereits zu den routiniertesten Stars. Die Sängerin aus Jamaika, verheiratet mit "PROMIKON"-Moderator Patrick Depuhl muss sich keinen Namen mehr machen, das belegten "lange Warteschlangen", vor jenen Hallen, in denen Judy sang. Der neuer Stern am "christlichen Musikhimmel" ist zweifelsohne die aktuelle Award-Preisträgerin Sahra Brendel, vor drei, vier Jahren bei ihren PROMIKON-Auftritten noch relativ unbeachtet. Sie interpretiert u.a. die Christival-Hymne "Be With You". Ihr ungeheures Stimmvolumen hat der jungen Frau bereits etliche Auftritte mit "Kometen" wie Bro`Sis, Glashaus, Lighthouse Family, B3 oder Band ohne Namen verschafft. Dass sie beim nachmittaglichen Auftritt nervös wirkte und auch dazu stand, macht Sarah Brendel keineswegs unsympathisch. Grandios ihr Auftritt während der Award-Show als neue "Künstlerin 2002". Vom musikverrückten "Jesus Junkie" wird man einiges hören, auch auf sekularer Ebene. Gänsehaut-Feeling ist angesagt, vor allem bei Liveauftritten. Den Award als Newcomer 2002 erhielt die Schweizerin Yasmina Hunzinger. Die ebenfalls sehr ausdrucks- und singbegabte Interpretin, kam dreimal während der Messe auf die Bühne. Sie singt ihre Titel vorrangig in englischer Sprache. Im Bereich "Sprache und besseres Verstehen" scheint der Trend ein wenig zur deutschen Sprache zurück zu gehen, diesen Eindruck vermittelte der aktuelle Messe-Überblick. Vor zwei, drei Jahren hatten englischsprachige Künstler mehr Anteile. Wie anfangs erwähnt finden sich auch Vertreter weiterer Stilarten. Zu den populärsten gehört zweifelsohne Patrick Martin, ein Bauchredner, der Talente sogar in seiner eigenen Schule, der einzigen davon in Deutschland, ausbildet. Als Stimmenimitator taucht Patrick Martin im "Guinessbuch der Rekorde" auf. Mit komischen Talent brillierte auf der Bühne auch Klara Scheibele mit auszugsweisen Elementen ihrer ureigenen Comedy-Bibel-Mitmach-Slapstick-Akrobatik-Putzshow. Erwähnenswert auch das Puppentheater Wurmloch, die auch optisch ausdrucksstarke Gesang- und Danceshow von Liebestoll, der französische Pantomime Pierre, den man sich allerdings an anderer Stelle im Programm gewünscht hätte, als direkt im Anschluss an die Girlie-Band "Miss B-Fly". Diese vier Shows waren beachtlich und für Fans des jeweiligen Genres ein absolutes Muss. Etabliert sind Künstler wie Hochrad-Akrobat Lutz Langhoff, "Hausmeister Friedhelm Meisenkaiser" alias Frank Kampmann oder der holländische Theatermann Aad Peters. Der konservativen Szene zuzurechnen sind Klaus-Andre` Eickhoff und Carola Laux, die Aufsehen erregende Auftritte bei der PROMIKON verzeichneten und dafür viel Beifall "einhamsterten". Eickhoff wurde sogar eine der wenigen Zugaben zugestanden. Der gebürtige Österreicher gastierte vor wenige Tagen noch in Pirmasens beim CVJM. Dort hofft man nun darauf die Sängerin, Texterin, Komponistin und Pianistin Carola Laux für ein Konzert zu engagieren. Erste Gespräche wurden am Samstag geführt. Der Szenebekannte Andreas Malessa (einst Duo Arno und Andreas) sieht in Carola Laux eine der "faszinierensten Piano- und Gesangspersönlichkeiten des deutschen Jazz und Pop". Sehr beeindruckt waren alle vom Auftritt der noch relativ unbekannten Soul-Gospel-Sängerin Njeri. Die junge Frau sang unplugged, überzeugte mit toller Stimme und inhaltsstarken Aussagen. Ein klassisches Gesangsstudium kommt dem A-Capella-Auftritt dabei zu Gute. "Mucksmäuschchenstill" war es im Saal während Njeri sang. Am Nachmittag präsentierte Christoph Buskies, leitender Messeorganisator, noch einen Leckerbissen für Insider. Auf Bühne zwei waren der bekannte Musikproduzent Dieter Falk (u.a. Pur) und SWR-Musikchef Matthias Holtmann im Talk zu vernehmen. Falk arbeitet bereits länger mit christlichen Künstlern, produzierte beispielsweise eine erfolgreiche CD mit Cae Gauntt. Im Gespräch mit Tim Niedernolte äußerten sich die beiden Promis über christliche Musik, wobei manche Aussage Holtmanns wohl nicht immer den Kern traf. Insgesamt bleibt festzustellen, dass die Veranstalter der PROMIKON" ihre Messe "gut im Griff haben". Abstriche muss man bei der Technik im Audimax machen, da sorgte der heftige Bass bei manchem Besucher für "Bauchgrimmen". Dafür kam die Idee der Videoleinwand beim Publikum gut rüber. Die abendliche Award-Verleihung wies etliche Längen auf, selbst wenn die Gesangs-Auftritte für manches entschädigten. Wenn sich "PROMIKON" so weiter entwickelt, scheint man bald ein Platzproblem zu bekommen, das Uni-Gelände ist an seine Grenze angelangt, zumindest im Indoor-Bereich. Allerdings ist dies ein Problem, mit dem sich Christoph Buskies und sein rühriges Team, wohl ganz gerne beschäftigen werden, wenn es denn so weit ist ... |
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letzte Änderung am : 16.03.2003, 18:00 |